Alle vier Jahre heißt es auch für die Schiedsrichter, ihre Vertretung neu zu wählen. Die letzten Jahre fanden im Jahr 2008 statt, so dass die Amtszeit
des bestehenden Ausschusses zu Ende geht. In seinem Bericht zog Kreisschiedsrichterobmann Sebastian Schaab ein positives Fazit der Arbeit in der abgelaufenen
Periode, sein Bericht ist am Ende dieser Seite nachzulesen. Auf seinen Vorschlag hin wurde Ossi Klein von der Versammlung als Wahlleiter bestimmt, der darin
inzwischen Routine hat. Mit nahezu einstimmiger Zustimmung wurde der seitherige Ausschuss, bestehend aus Sebastian Schaab (SKG Gräfenhausen) als Obmann,
Marco Reibold (TSV Nieder-Ramstadt) als sein Stellvertreter, Christian Ude (FC Arheilgen) als Kreislehrwart und Michael Imhof (TSG Messel) als Mitarbeiter für
Öffentlichkeitsarbeit im Amt bestätigt. Die Bestätigung durch den Kreisfußballtag Ende März gilt als Formsache.
Wie in den vergangenen Jahren auch, wird der Ausschuss rechtzeitig zur neuen Saison weitere Mitarbeiter berufen, die ihn in seiner Arbeit unterstützen. In
dieser Hinsicht besteht derzeit kein Handlungsdruck, auch wenn die Amtszeit des neuen Ausschusses formal mit seiner Bestätigung durch den Kreisfußballtag
beginnt. In Darmstadt wurde es schon immer so gehandhabt, dass ein Wechsel in Ämtern und Zuständigkeiten mit Beginn der neuen Saison zum 1. Juli vollzogen
wurde, um nicht mitten in der Saison Änderungen vornehmen zu müssen. Das wird auch in diesem Jahr nicht anders sein.
An dieser Stelle ein paar Eindrücke vom Kreisschiedsrichtertag:
Hier der Bericht des Kreisschiedsrichterausschusses zu seiner Arbeit in den vergangenen vier Jahren:
Liebe Schiedsrichterkameradinnen,
liebe Schiedsrichterkameraden,
hätte ich den Bericht vor zwei Jahren halten müssen, wäre er im Bezug auf das Sportliche sicherlich nicht so positiv ausgefallen, wie er heute ausfallen kann.
Nach einigen Jahren der Flaute haben wir in der letzten Zeit wieder ein wenig aufgeholt. Mit Evangelos Pakos, David Wegmann und seit Dezember auch Leo von
Landenberg haben wir immerhin wieder drei Schiedsrichter in der Verbandsliga. Auch die Zusammensetzung der Gruppenliga, bei der neben bewährten Kräften doch
einige Nachwuchsschiedsrichter mit guter Perspektive am Start sind, macht Hoffnung für eine positive Entwicklung. Im Förderkader des Kreises gibt es Talente,
von denen der KSA sich einiges für die Zukunft erwartet. Dass wir in den letzten Jahren etwas mutiger wurden, was die Ansetzung von jüngeren Kameraden im
Aktivenbereich angeht, trug sicherlich auch seinen Teil bei. Es gibt im Vergleich zu anderen Kreisen aber sicherlich noch weiteren Handlungsbedarf und das
Erfordernis einer noch mutigeren Ansetzung.
Weniger erfreulich ist die Situation in den Kreisligen. Wir haben am Anfang unserer Amtszeit auf die nicht zufriedenstellende Situation bzgl. der
Leistungsprüfungen hingewiesen und eindringlich appelliert, diese zu ändern. Da sich keine Verbesserung einstellte und die Quote derjenigen, die eine
praktische LP absolviert haben, unter 50% blieb, haben wir eine klare Regelung aufgestellt: SR ohne LP erhalten nur dann Spiele im Herren- und
Juniorenbereich, wenn kein SR mit komplett absolvierter - nicht: bestandener - Leistungsprüfung mehr zur Verfügung steht. Dass dieser Schritt nicht populär
ist, war uns allen klar, allerdings erschien uns die Situation um die Leistungsprüfung, die jeder SR nach der Ordnung des HFV zu absolvieren hat, nicht mehr
hinnehmbar. Es stellte sich daraufhin auch eine verbesserte Situation dar, die dazu führte, dass über 80% der SR ihr Können im Theoretischen wie Praktischen
unter Beweis gestellt haben.
Die Situation um die Leistungsprüfungen gepaart mit der Tatsache, dass die Zahl der Schiedsrichter nach wie vor zu gering ist, führte dazu, dass in der
letzten, besonders aber in dieser Saison Spiele der Kreisliga D nicht mit Schiedsrichtern besetzt wurden. Hier ist eine klare Linie des KSAs gefahren worden
und lieber nahmen wir Spielausfälle in Kauf als nicht qualifizierte Schiedsrichter anzusetzen.
Für die kommende Saison ist eine klare Festlegung der Anforderungen für die einzelnen Ligen im Kreis innerhalb der Region angedacht, die von den Lehrwarten
erarbeitet und unterbreitet wurde. Die KSOs der Region werden sich nach allen Kreis-SR-Tagen zusammensetzen und dann eine endgültige Entscheidung treffen -
im Vorfeld aller Kreisleistungsprüfungen, sodass jeder Schiedsrichter auch in Zukunft weiß, mit welcher LP er in welcher Klasse eingesetzt wird.
In den vergangenen vier Jahren wurden ohne die notwendigen Umbesetzungen insgesamt knapp 20.000 Spiele eingeteilt. Die Quote der Rückgaben lag sowohl im
Aktiven- als auch im Jungschiedsrichterbereich in den vergangenen vier Jahren bei durchschnittlich 25 Prozent, sodass weitere 5.000 Ansetzungen erforderlich
wurden. Hier gibt es sicherlich "Optimierungsbedarf". Die Einführung der konsequenten Ansetzung über das DFBnet hat den Verwaltungsaufwand bereits
verringert. Dass jetzt jeder Schiedsrichter seine Freihaltetermine eigenständig ins System einpflegen kann, verringert für die Ansetzer die Arbeit erheblich,
allerdings setzt es auch eine konsequente Eintragung aller Schiedsrichter voraus. Ich denke, dass sich dies aber in der nächsten Zeit eingespielt haben wird;
bei der großen Mehrzahl der Schiedsrichter klappt das ohnehin schon jetzt.
Ein Schwerpunkt der letzten vier Jahre lag im Auf- und Ausbau der kameradschaftlichen Ebene. So wurde z.B. das Alt-Schiedsrichter-Treffen wiederbelebt. In
ungezwungener Atmosphäre treffen sich im Herbst die Kameraden Ü60, um gemeinsam in alten Zeiten zu schwelgen und sich an schöne Momente zu erinnern.
In dieser Saison zum zweiten Mal wurde ein Saisonauftakt veranstaltet, der nach einem kleinen Spaziergang mit einem gemütlichen Zusammensein in einer
Gaststätte endete. Ebenfalls gewandert wurde Anfang dieses Jahres zum ersten Mal in einer Winterwanderung, an der einige Kameraden sowie deren Anhang
teilnahmen. Fortgeführt wurde das Jahresabschlussessen. Erstmalig in neuem Gewand wurde der Ehrungsabend durchgeführt: Nicht im Rahmen einer Pflichtsitzung,
sondern als gesonderter Termin entstand eine feierlichere Atmosphäre als früher, da den Geehrten die ihnen zustehende Aufmerksamkeit aller Teilnehmer zukam,
was bei den Ehrungen im Rahmen der Pflichtsitzungen leider nicht immer der Fall war.
Ebenfalls neu, zumindest in erweiterter Runde, fand nach der Kreisleistungsprüfung erstmalig ein Familienfest, zu dem auch Delegationen unserer
Austauschkreise kamen, statt. Auch wenn die Resonanz der Teilnahme noch ausbaufähig ist, darf die Veranstaltung als gelungen bezeichnet werden. Die
Motivation für eine Wiederholung im Rahmen der diesjährigen Leistungsprüfung ist jedenfalls gegeben.
Neben diesen großen Fixpunkten nahmen wir in den vergangenen Jahren auch das ein oder andere Mal an Schiedsrichterturnieren teil. Auch wenn die sportlichen
Ergebnisse nicht unbedingt grandios waren, hatten die Teilnehmer doch immer reichlich Spaß und darum ging es letztlich: "Spaß haben und nicht Letzer werden!"
war die Devise, an die sich bei allen Turnieren gehalten wurde.
Den Höhepunkt der Veranstaltungen bildete jedoch zweifelsohne das 90-jährige Jubiläum der Vereinigung, das wir am 13. Juni 2009 zusammen mit unseren
befreundeten Vereinigungen feierten. Die Veranstaltung bei schönstem Wetter war rundum gelungen, lediglich die Anwesenheit der eigenen Schiedsrichter war
etwas ernüchternd. Nichtsdestotrotz haben wir einen schönen Abend verlebt.
All diese Veranstaltungen, die aus meiner Sicht das Vereinigungsleben positiv vorangebracht haben, wären ohne die tatkräftige Planung und Durchführung des
Vergnügungsausschusses nicht möglich gewesen. Mein ausdrücklicher Dank gilt an dieser Stelle den Mitgliedern des Vergnügungsausschusses für ihren großen
Einsatz in der Vergangenheit.
Ein weiterer Dank gilt dem Freundeskreis, der in gewohnter Weise viele Veranstaltungen und Fördermaßnahmen finanziell unterstützt hat. Ob es sich um die
Lehrgänge in Ernsthofen, die in dieser Amtszeit eine Mischung aus Persönlichkeitsschulung und Regelkunde zum Schwerpunkt hatten, die gerade genannten
Vergnügungen oder die Beobachtungen der Nachwuchsschiedsrichter handelt, all das ist ein zentraler Bestandteil der Vereinigung und diese Punkte wären ohne
die erforderlichen Mittel nicht möglich. Der Vorstand des Freundeskreises war hierbei immer rührig und konnte die Finanzmittel akquirieren. Vielen Dank
dafür.
Am heutigen Abend möchte ich mich auch bei all denjenigen bedanken, die außerhalb des KSAs ihre Zeit und Fähigkeiten für die Vereinigung eingesetzt haben -
sei es als Einteiler, Statistiker, Journalisten, Setzer und Drucker, Verkäufer, Zeitnehmer oder sonst wie.
Als positiv ist die Zusammenarbeit mit dem Kreisfußballausschuss zu bezeichnen. Nachdem in den Jahren vor dieser Amtszeit immer wieder Diskrepanzen
auftauchten, reduzierten sich diese in den vergangenen Jahren spürbar. Vor allem ist eine Atmosphäre geschaffen, die einen Austausch und Lösungen zulässt.
Im Interesse aller am Fußball Beteiligten stellte sich eine gute, zielführende Zusammenarbeit mit allen Mitgliedern des KFA ein, die zwar sicherlich in
gewissen Bereichen noch ausbaufähig ist, aber dennoch als Zusammenarbeit bezeichnet werden kann - und das war nicht immer so.
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit wurde 2009 die komplett überarbeitete Homepage online gestellt, die seitdem immer wieder regelmäßig gepflegt und auf
den neuesten Stand gebracht wird. Auch die Chronik der Vereinigung, die seit Mitte der 80er-Jahre nicht fortgeschrieben war, wurde dank der Aufzeichnungen
von Ossi Klein aktualisiert. Das SR-Journal, nach wie vor fester Bestandteil der Vereinigung, erschien 16mal, darunter die bunte Jubiläumsausgabe. Trotz
aller technischer Schwierigkeiten, die sich z.B. durch neue Hard- und Software ergeben, hat es die Redaktion immer regelmäßig geschafft, das Journal
pünktlich erscheinen zu lassen. Auch ein Ergebnis der Öffentlichkeitsarbeit war die Teilnahme an der Aktion "Nein zu Rassismus und Gewalt" im Rahmen des
Projekts balance hessen, an der sich viele Schiedsrichter aktiv beteiligt haben.
Abschließend noch ein bisschen Statistik: Am 01.07.2008 verfügte die Vereinigung über 176 SR, die sich in 136 aktive, 32 Jung- und 8 passive Schiedsrichter
aufteilten. Ein Jahr später erhöhte sich die Zahl auf 188 (140/36/12) und auf diesem Niveau hielt sie sich auch: am Anfang dieser Saison (1.7.2011) zählte
die Statistik 127 aktive, 39 Jung- und 21 passive SR, insgesamt also 187. Daraus lässt sich feststellen, dass bei durchschnittlich um die 20 neue
Schiedsrichter, die aus unseren, durchweg erfolgreichen, Neulingslehrgängen oder denen anderer Vereinigungen hervorgehen, die gleiche Zahl auch jedes Jahr
wieder ausscheidet. Schön ist, dass uns zwischenzeitlich Ausscheider als passive SR erhalten bleiben, allerdings bedeutet das, dass deutlich mehr als 20 SR
pro Saison für Spielleitungen nicht mehr zur Verfügung stehen, die Zahl der aktiven SR also rückläufig und mit 127 auf dem niedrigsten Stand seit einigen
Jahren ist. Die Zahl der Jungschiedsrichter ist relativ konstant geblieben, allerdings wird das Durchschnittsalter der Jungschiedsrichter immer geringer.
Eine der zentralen Aufgaben eines neuen KSAs wird es also sein sich zu überlegen, wie dieser Trend der rückläufigen aktiv pfeifenden Schiedsrichter zu ändern
ist. Rückmeldungen an die Kreisvereine - ob ihm Rahmen der Rundenbesprechungen oder auch des einmal durchgeführten (freiwilligen) Treffens der
Schiedsrichterbeauftragten der Vereine - spiegeln die Situation zwar wieder, ändern aber offensichtlich an der Grundproblematik nichts. Es müssen also
Überlegungen angestellt werden, wie mehr Anreize geschaffen werden können.
Zuletzt möchte ich meinen Mitstreitern im KSA herzlich für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit danken, die nicht immer von Einstimmigkeit und Konsens
geprägt war, aber gerade dadurch die Arbeit meines Erachtens vorangebracht hat.
Die zentralen Punkte, die mir vor vier Jahren, als ich das Amt des KSOs übernommen habe, wichtig waren, lauteten Transparenz, Geradlinigkeit bzw.
Berechenbarkeit und Kommunikation. Ich denke, dass wir in allen Bereichen nach vorne gekommen sind, wenngleich das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht
ist. Dass nicht alle immer mit Entscheidungen und Umsetzungen zufrieden sein können, ist eine nicht wegzuredende Tatsache. Mein KSO-Kollege aus dem Odenwald
formulierte das in einer seiner Ansprachen so: "Ich bin nicht KSO geworden, um meinen Freundeskreis zu erweitern." - So drastisch würde ich es nicht sehen,
aber ich denke schon, dass gewisse Entscheidungen dem ein oder anderen zum Nachteil gereichten. Dies habe ich immer dann in Kauf genommen, wenn ich den
Eindruck hatte, dass sich für die Mehrheit bzw. für die Sache eine Verbesserung einstellen wird. Solange dies erreicht ist, kann ich zufrieden auf die Arbeit
des KSAs in den vergangenen vier Jahren zurückblicken. Wir sind, das meine ich aus tiefster Überzeugung, auf einem guten Weg. Weil das Ziel aber noch nicht
erreicht ist, haben alle KSA-Mitglieder ihre Bereitschaft signalisiert, für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Sofern wir wiedergewählt werden,
wird es Veränderungen in bestimmten Zuständigkeitsgebieten geben, werden weitere Gremien eingesetzt (so haben sich zum Beispiel einige Kameraden bereit
erklärt, in einem Lehrstab feste Aufgaben zu übernehmen und dadurch z.B. die Betreuung der Nachwuchsschiedsrichter, aber auch derjenigen, die aus der
Kreisoberliga herauskommen und in der Gruppen- oder Verbandsliga unterwegs sind, auszubauen), aber die von uns in den vergangenen vier Jahren eingeschlagene
Grundrichtung wird beibehalten.
Ich danke für Eure Aufmerksamkeit.
Sebastian Schaab
Kreisschiedsrichterobmann