Lebenslanges Lernen


Dieses Motto machten sich die zehn aktiven Schiedsrichter zu eigen, die im Februar dem Ruf des KSA gefolgt waren und sich im Vereinsheim der SKG Gräfenhausen trafen, um ihre Regelkenntnisse zu intensivieren. Nachdem im vergangenen Herbst der Versuch, einen Jung-Schiedsrichter-Lehrgang zu organisieren am mangelnden Interesse der Jugendlichen gescheitert war, bot der KSA kurzentschlossen - zum ersten Mal - den aktiven Schiedsrichtern, die auf Kreisebene Woche für Woche Kärrnerarbeit leisten, an, ihr Regelwissen einen ganzen Tag lang zu vertiefen.

Woran es gelegen haben mag, dass sich von 130 aktiven Schiedsrichtern selbst in der spielfreien Zeit nur zehn Kameraden für das Angebot interessiert haben, das komplett vom Freundeskreis finanziert wurde, sei dahingestellt. Aber immerhin diese zehn wackeren Kollegen wurden um neun Uhr morgens von Sebastian Schaab und Michael Imhof in Gräfenhausen begrüßt und auf einen kurzweiligen Tag eingestimmt.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, denn auch in unserem Kreis kennt nicht jeder jeden, begann der Tag - klar - mit einem Regeltest. Allerdings, und das war anders als sonst, diente der nicht dem KSA zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit der Kollegen, sondern jedem einzelnen zur Bestimmung seines Kenntnisstandes. So wurde der Bogen zwar eingesammelt und es wurden alle Fehler markiert, aber keine Punkte gezählt.

Dann ging es in die Gruppenarbeit. Neben den gesetzten Themen "Einwirken und Auswirken" sowie "Der Strafstoß mit seinen persönlichen Strafen" entschieden sich die Teilnehmer für "Abseits" und dessen angepasste Auslegung als drittes Thema. Jede Gruppe - jedes Thema - und schon war der Vormittag rum - sogar die avisierte Pause wurde freiwillig durchgearbeitet.

Pizza zum Mittagessen, Kaffee vom Chef persönlich serviert und anschließend eine entspannte, aber ausgesprochen engagierte Diskussionsrunde über die Probleme des Schiedsrichterwesens bildeten den Übergang ins Nachmittagsprogramm. Wie kann man kritische Situationen deeskalieren, war ein wesentlicher Diskussionspunkt in dieser Runde. Einer der Teilnehmer riet mit einem Beispiel aus einer seiner Spielleitungen zu humorvollem Umgang: Nachdem er einen Vereinslinienrichter in einer Situation habe überstimmen müssen, sei das zuvor ruhige Spiel gekippt: "Du Arschloch!", "Endlich hast Du mal was zu sagen!" "Du schwule Sau!" und so weiter und so fort habe er sich plötzlich anhören müssen. Als dann aber eine Zuschauerin sich dazu verstieg, "Du Tonne!" zu schreien, sei das Maß voll gewesen: An die Linie zu den Zuschauern gelaufen, habe er klargestellt, dass er durchaus bereit sei, sich alles andere anzuhören, aber "Du Tonne!" gehe zu weit. Schließlich habe er abgenommen. Allgemeines Gelächter, die Situation war entspannt, der Schiedsrichter hatte gezeigt, dass er übern den Dingen steht, und das Spiel verlief wieder in ruhigen Bahnen.

Ein zweites Thema war die nach Meinung der Teilnehmer wünschenswerte intensivere Betreuung der Jung-Schiedsrichter, nicht nur in ihren ersten Spielleitungen. Hier nahmen sich einige vor, aktiv auf Marco Reibold als den Chef des Nachwuchses zuzugehen und sich ihm für Begleitungen anzubieten, wann immer sie Zeit finden.

Dann ging es wieder in medias res: Jede Gruppe stellte die Ergebnisse zu einem der drei Themen vor, die sie morgens erarbeitet hatten, die anderen ergänzten, so dass sich erstaunlich vollständige Bilder ergaben. Naja, und schließlich, man hätte es ahnen können, zum Abschluss wieder ein Regeltest - der gleiche wie morgens nochmal. Jeder sollte ja erkennen können, ob der intensive Tag fruchtbringend war. Anhand der wieder ausgeteilten Bögen von morgens und der ausführlichen Besprechung des Fragebogens konnte jeder für sich erkennen, ob er sich verbessert hatte. Weder wurde der Bogen eingesammelt, noch Punktzahlen notiert. Das war nicht das Ziel des Lehrganges. Das nämlich hatten alle erreicht: Ausnahmslos alle hatten sich verbessert - um bis zu sieben Punkte.

Entsprechend positiv fiel auch das Feedback am Ende des langen Tages - gegen 17:00 - aus: Viel gelernt, dazu viel Spaß gehabt, einmal im Jahr sollte es dieses Angebot weiterhin geben. Positiv wurde auch die aktive Gruppenarbeit gesehen, wohl alle haben dabei zum ersten Mal seit langem in das bereitgestellte aktuelle Regelheft geschaut. Aber auch Sebastian Schaab und Michael Imhof nahmen manche Anregung für eine Neuauflage mit: Noch praxisnäher könnte die Schulung werden, gerade bei Abseits bieten sich Live-Situationen an. Die Beobachtung eines Spiels, das von einem der Teilnehmer geleitet wird, mit anschließender Diskussion über das Gesehene war eine andere der Anregungen, die sicher nicht auf taube Ohren gestoßen sind.

Die Pioniere waren: Andreas Bergemann, Günter Claus, Wolfgang Hofmann, Christophe Hotz, Charly Kurum, Petra Meyer, Manfred Schick, Burkhard Schütz, Alfonso Todisco und Alexander Zur.


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