Zum fünften Mal richtete der Freundeskreis der Schiedsrichter in diesem Jahr einen Ehrungsabend außerhalb einer Pflichtsitzung der Schiedsrichter aus.
Darauf wies Obmann Sebastian Schaab in seinen einführenden Worten hin. Sein Dank galt wie jedes Jahr neben dem Freundeskreis Hans-Jürgen Becker für die
Zusammenstellung der Zahlen und Helmut Ziegler für den Druck der Urkunden. In seinen Dank schloss er auch die SKG Gräfenhausen ein, die den Schiedsrichtern
einmal mehr ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatte.
Sebastian Schaab eröffnete den Abend - zum letzten Mal in seiner Fuktion als Obmann - mit den von ihm inzwischen gewohnten, kurweiligen reflektierenden
Worten.
"In jedem Jahr bin ich wieder aufs Neue verwundert", so Schaab, "welche Summen an Spielleitungen bzw. Jahren wir ehren können: Heute sind es 23.800 Spiele
und 375 Jahre Schiedsrichtertätigkeit."
In seiner kleinen Rede stellte er die ursprüngliche Bedeutung von "Dank sagen" in den Mittelpunkt, denn das ist ja der Sinn des Ehrungsabends: verdienten
Schiedsrichtern für ihre jahrelangen, treuen Dienste Dank zu sagen.
"Keine Schuld ist dringender als die, Dank zu sagen." wird einem der aus heutiger Sicht wichtigsten Römer der republikanischen Zeit, Marcus Tullius Cicero,
zugeschrieben. Als glühender Verfechter der Republik und ebenso entschiedener Gegner der sich abzeichnenden Alleinherrschaft Gaius Iulius Caesars rief er zeit
seines Lebens dazu auf, sich für den Staat und die Allgemeinheit einzusetzen - es war ihm eine moralische Verpflichtung. Es bedeutete ihm viel, dass der
römische Senat ihn mit großen Ehren bedacht hatte, nachdem er als Konsul den Staat vor einem Putsch bewahrt hatte. Er hatte viel für den Staat, das
Allgemeinwesen und die Allgemeinheit geleistet und somit den Dank seiner Mitbürger verdient und war darauf zu Recht stolz.
"Doch warum", so Schaab, "erzähle ich das am heutigen Ehrungsabend der Schiedsrichter? Das lateinische Wort für Dank heißt gratia - und dieses Wort bedeutet
mehr als nur 'Dank'. Es heißt - je nach Zusammenhang - auch so viel wie Ansehen, aber auch Einfluss. Wenn sich ein Römer bedankte, sagte er 'gratias ago' -
'ich danke dir' bzw. 'bringe dir Ansehen entgegen' oder 'ich kümmere mich darum, dass dir Ansehen entgegengebracht wird'. Und genau darum geht es heute Abend:
euch nicht nur eine Urkunde in die Hand zu drücken, sondern Euch zu ehren, Euch Achtung und Anerkennung entgegen zu bringen für die beeindruckenden Zahlen,
die hinter einer jeden Urkunde stecken, die wir gleich überreichen werden. Die Zahlen sprechen eine Sprache für sich, zeugen von der großen Leistung, die Ihr
über viele Jahre im Dienste der Allgemeinheit erbracht habt.
Jede dieser Urkunden bringt euch Ansehen nicht nur bei allen Schiedsrichtern ein, für die ihr zu Vorbildern werdet, sondern auch in der Gesellschaft
insgesamt. Ihr habt damit einen positiven Einfluss auf alle Schiedsrichter. Einerseits ist uns als KSA dieser Vorbildcharakter wichtig und deshalb ein Grund
für diesen Ehrungsabend. Auf der anderen Seite steht die ehrlich gemeinte Bewunderung und Dankbarkeit dafür, dass ihr unserem Hobby über so viele Jahre und so
viele Spiele treugeblieben seid. Kontinuität ist in der heutigen schnelllebigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr. Das Einsetzen für die Gemeinschaft,
das schon Cicero forderte, auch nicht mehr. Mit eurer Rolle als langjährige Schiedsrichter nehmt Ihr aber genau diese beiden Werte wahr. Gerade angesichts der
geringen Wertschätzung, die uns Schiedsrichtern während unserer Arbeit auf dem Sportplatz oft widerfährt, ist es umso wichtiger, dass wir Schiedsrichter uns
untereinander den Rücken stärken und uns bewusst machen, dass dieses Hobby nicht nur ausgesprochen wichtig für den Fußballsport ist, sondern auch viel Freude
bereiten kann."
Einige Eindrücke vom Ehrungsabend liefern diese Bilder: