Auf dieser Seite finden Sie für die Schiedsrichter verbindliche Unterlagen, die der hessische Verbands-Schiedsrichterausschuss bereitgestellt hat.
Die Anweisungen stehen hier zum Download bereit
Anweisungen 2009/2010 (pdf, 155KB),
oder können im Folgenden im Wortlaut nachgelesen werden.
Nachdem die Regeländerungen für die kommende Saison allen am Spielbetrieb Beteiligten übermittelt und mit Beispielen erläutert wurden, nun die umfassenden Anweisungen für die Saison 2008/2009. Im eigenen und im Interesse aller Schiedsrichter ist genaueste Beachtung Grundvoraussetzung für einen geordneten Saisonablauf.
Relevante Vorgänge sind genau und mit namentlicher Nennung
der Personen zu schildern, damit sich Klassenleiter und Sportgericht
ein klares Bild machen können. Dies gilt speziell bei Feldverweisen und
bei besonderen Vorkommnissen.
Dabei muss eine vorausgegangene Provokation erwähnt werden, weil sie
das Strafmaß beeinflusst. Bei einem Feldverweis wegen Verhinderung
eines Tores oder einer offensichtlichen Torchance ist mit anzugeben, ob
der für die Regelübertretung verhängte Freistoß oder Strafstoß zum Tor
geführt hat oder nicht. Auf eventuell zu erstellende
Zusatzberichte ist im Spielbericht hinzuweisen. Falls ein Vorgang
allein vom
Schiedsrichter-Assistenten beobachtet wurde, ist dies im Bericht zu
erwähnen.
Schwere Fouls sowie Tätlichkeiten werden nach Regel 12 mit Platzverweis geahndet. Ein schweres Foul liegt vor, wenn ein Spieler im Zweikampf um den Ball den Gegner mit übertriebener Härte oder brutalen Mitteln angreift. Wer seinen Gegner im Kampf um den Ball von vorne, von der Seite oder von hinten mit einem oder beiden Beinen übermäßig hart angreift und dadurch dessen Gesundheit gefährdet, begeht ein schweres Foul. Eine Tätlichkeit kann ebenso auf wie neben dem Feld begangen werden, unabhängig davon, ob der Ball im Spiel ist oder nicht. Eine Tätlichkeit liegt vor, wenn ein Spieler außerhalb eines Zweikampfes um den Ball den Gegner mit übermäßiger Härte oder brutalen Mitteln angreift (das Wort Tätlichkeit ist jedoch im Spielbericht zu vermeiden).
Den Schiedsrichtern werden folgende Punkte in Erinnerung gerufen:
Ein Spieler in unmittelbarer Nähe des Spielgeschehens darf den Ball vor dem Gegner abschirmen; er darf allerdings seine Arme nicht zur Hilfe nehmen. Hindert er jedoch den Gegner durch unerlaubten Einsatz seiner Hände, Arme, Beine oder seines Körpers daran, einen Zweikampf zu bestreiten, wird dies mit einem direkten Freistoß und bei entsprechender Regelwidrigkeit im Strafraum mit einem Strafstoß geahndet.
Die Schiedsrichter werden daran erinnert, dass nur ein absichtliches Handspiel mit einem direkten Freistoß, im Strafraum mit einem Strafstoß geahndet wird. Normalerweise müssen Spieler deswegen nicht verwarnt oder des Feldes verwiesen werden. Verwarnungen gibt es dann, wenn es sich um ein "unsportliches" Handspiel handelt (z.B. Torerzielung mit der Hand).
Wer einem Gegner durch ein Foulspiel eine eindeutige Torchance nimmt, erhält "Rot". Dies gilt auch für Foulspiele im Strafraum! Auch für einen Torhüter gibt es "Rot", wenn sein Angriff nicht eindeutig dem Ball gilt. Unter einer eindeutigen Torchance verstehen wir, wenn in kürzester Zeit das Tor erzielt werden kann. Verhindert ein Spieler durch ein absichtliches Handspiel ein Tor oder eine offensichtliche Torchance, wird auch er des Feldes verwiesen.
Jeder Spieler der protestiert ist zu verwarnen! Wer einen Schiedsrichter oder einen Schiedsrichter-Assistenten stößt oder am Hemd packt, erhält "Rot"!
Fordert ein Spieler für einen Gegenspieler vehement eine persönliche Strafe, so ist dieser Spieler selbst zu verwarnen.
Schiedsrichter werden oft dafür kritisiert, dass sie das Halten des Gegners nicht
korrekt erkennen und entsprechend bestrafen. Werden das Zerren am
Trikot oder
das Halten eines Gegners am Arm nicht angemessen geahndet, kann es zu
Auseinandersetzungen kommen. Die Schiedsrichter sind angehalten,
entsprechend Regel 12 früh
energisch einzuschreiten.
Meist reicht es, das Vergehen mit einem direkten Freistoß oder einem
Strafstoß zu
ahnden. In bestimmten Fällen jedoch sind zusätzliche Sanktionen
angezeigt, z.B.:
Bei Zweikämpfen in der Luft werden laufend die Ellenbogen eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Foulspiele und nicht um korrekten Körpereinsatz. Hier sind auch die Assistenten gefragt, die den Mut haben müssen, brutale Ellenbogeneinsätze auch so zu schildern.
Den Schiedsrichtern wird in Erinnerung gerufen, dass in folgenden Fällen eine Verwarnung ausgesprochen werden muss:
Eine Abseitsposition stellt an sich keine Regelwidrigkeit dar und darf durch
den Schiedsrichter-Assistenten nur angezeigt werden, wenn ein Spieler
in
das Spiel eingreift. Grundsätzlich hat sich gegenüber der vergangenen
Saison
nichts geändert. Wenn ein Ball offensichtlich zu einem Spieler gespielt
wird, der sich
in einer Abseitsposition befindet und auch nur dieser Spieler an den
Ball kommen
kann, so hebt der Assistent in dem Augenblick die Fahne, wo er dies
erkennt,
bzw. der Schiedsrichter pfeift dann schon Abseits. Dieser Spieler
greift
eindeutig ins Spiel ein. Besteht jedoch ein Zweifel, ob der Ball auch
wirklich zu dem
abseits stehenden Spieler gelangt, oder wenn zwei Spieler nach dem Ball
laufen,
wobei einer abseits stand und der andere nicht, so muss mit der
Abseitsentscheidung so lange gewartet werden, bis klar erkennbar ist,
welcher Spieler den Ball
spielt ("wait and see").
Weiterhin ist auch dann auf Abseits zu entscheiden, wenn ein Spieler
ins Spiel
eingreift, indem er einem Gegenspieler eindeutig die Sicht versperrt,
oder wenn er
einen Gegner daran hindert, den Ball spielen zu können (behindern,
täuschen
oder ablenken). Außerdem ist auf Abseits zu entscheiden, wenn ein
Spieler
aus seiner Abseitsstellung einen Vorteil erlangt, indem er den Ball
spielt, der
vom Pfosten oder Querlatte oder von einem gegnerischen Spieler zu ihm
prallt. Der
indirekte Freistoß ist an der Stelle auszuführen, wo sich der
abseitsstehende
Spieler im Augenblick der Ballabgabe befand.
Täuscht ein Spieler eine Verletzung oder ein an ihm begangenes Foulspiel vor, gilt dies als Simulieren, und der Spieler muss für unsportliches Betragen verwarnt werden. Liegt kein Foul aber ein Körperkontakt vor und ein Spieler kommt (vielleicht auch spektakulär) zu Fall, so lässt der Schiedsrichter das Spiel in der Regel weiter laufen, da hier nicht von Simulation im Sinne der Regelbestimmungen gesprochen werden kann.
Spieler, welche die Wiederaufnahme des Spiels durch eine der folgenden Aktionen verhindern, werden vom Schiedsrichter verwarnt:
Es ist den Spielern gestattet, einen Torerfolg zu feiern; der Torjubel
sollte jedoch nicht übertrieben sein.
Vertretbarer
Torjubel wird von der FIFA ausdrücklich gestattet. Verstreicht bei
Jubelzeremonien jedoch zu viel Zeit, sind die Schiedsrichter
aufgefordert
einzuschreiten.
Verwarnungen
werden in folgenden Fällen ausgesprochen:
Akzeptiert wird, beim Torjubel das Spielfeld zu verlassen;
die Spieler sind jedoch
angehalten, so rasch wie möglich wieder auf das Spielfeld
zurückzukehren.
Die Schiedsrichter sind aufgefordert, präventiv einzuschreiten und bei
der
Beurteilung des Torjubels den gesunden Menschenverstand walten zu
lassen.
Spieler dürfen gemäß Regel 4 keinen Schmuck (Ringe, Halsketten, Ohrringe, Gummibänder) tragen. Gefährdende Gegenstände dürfen auch nicht mit Tapeband gesichert werden, sondern müssen abgelegt werden. Die Schiedsrichter haben schon bei der Kontrolle vor dem Spiel auf die Einhaltung dieser Bestimmung zu achten. Des weiteren werden sie (die SR) gebeten, mit gutem Beispiel voranzugehen (Ausnahme: Uhr zur Zeitmessung).
Spieler dürfen Unterziehhemden mit Aufdruck nicht zum Vorschein bringen. Zeigt ein Spieler z.B. nach einem Torerfolg sein Unterziehhemd mit einem Aufdruck, so ist dies im Spielbericht zu melden. Langärmlige Unterziehhemden dürfen nur unter kurzärmligen Trikots getragen werden wenn Farbgleichheit besteht.
Die Nachspielzeit zeigt der Schiedsrichter (bzw. wo vorhanden Vierte Offizielle) am Ende jeder Spielhälfte in der letzten offiziellen Minute an. Die Nachspielzeit kann ggf. noch verlängert werden, eine Verkürzung ist dagegen nicht möglich.
Bei einer "Rudelbildung" ist höchste Konzentration geboten. Vergehen, die während der "Rudelbildung" geschehen, sind zu sanktionieren. Hier müssen die vorgesehenen Strafen "Gelb" oder "Rot" folgen. Mit einem "shake-hands" kann das nicht abgetan sein.
Die Schiedsrichter müssen im Umgang mit verletzten Spielern folgende Bestimmungen befolgen:
In folgenden Fällen gelten diese Bestimmungen nicht:
Die Qualifikation der Schiedsrichter in der laufenden Saison richtet sich nach den im Folgenden Dokument festgelegten Maßgaben.
Qualifikationsrichtlinien 2009/2010 (pdf, 80KB)
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Verbands-Schiedsrichterausschusses auf der Website des Hessischen Fußball-Verbandes.
Verbands-Schiedsrichterausschuss